
KOMMUNIKATION ist erst gelungen, wenn etwas angekommen ist.
In Veränderungsprojekten habe ich immer wieder erlebt, dass Führungskräfte sagen:
„Ich habe mit meinem Team/mit meinem Mitarbeiter gesprochen – es ist alles geklärt und jeder weiß Bescheid.“
Und trotzdem passiert etwas ganz anderes.
Menschen interpretieren Entscheidungen unterschiedlich und dann entstehen Gerüchte.
Fragen tauchen immer wieder auf und Mitarbeitende tun schlicht nicht das, was vermeintlich vereinbart war.
Das Problem ist häufig nicht, dass zu wenig kommuniziert wurde, sondern dass wir Senden mit Verstehen verwechseln.
Eine Botschaft ist nicht deshalb klar, nur weil ich sie klar finde.
Das Entscheidende ist:
- Was hat mein Gegenüber verstanden?
- Was bedeutet die Information für diese Person konkret?
- Welche Fragen sind vielleicht noch offen, obwohl niemand sie ausspricht?
Gerade in Veränderungssituationen hören Menschen nicht nur den Inhalt, sondern auch:
„Was bedeutet das für mich?“
„Was verliere ich?“
„Was wird von mir erwartet?“
„Kann ich dem Kommenden vertrauen?“
Deshalb frage ich nach wichtigen Botschaften möglichst nicht:
„Ist alles klar?“ – denn darauf bekomme ich fast immer ein Nicken.
Ich frage lieber:
„Was bedeutet das jetzt konkret für eure Arbeit?“ oder: „Wie wollt ihr das konkret in eurem Arbeitstag umsetzen – ist das stimmig oder fehlt euch etwas?“
Erst in Arbeitssituationen wird dann sichtbar, ob meine Botschaft wirklich angekommen ist.
Fazit:
Kommunikation geht tiefer als ein reiner Transport von Informationen zu sein - Kommunikation ist ein gemeinsamer Verständigungsprozess.
Storytelling, aktives Zuhören, das Vier-Seiten-Modell oder die Gewaltfreie Kommunikation helfen dabei, nicht nur besser zu senden, sondern auch genauer wahrzunehmen, was beim anderen entsteht.
Denn zwischen dem, was wir sagen, und dem, was ein anderer versteht, liegt manchmal ein himmelweiter Unterschied.
Denn:
Gesagt ist nicht gehört.
Gehört ist nicht verstanden.
Und verstanden ist noch nicht umgesetzt.
Impuls aus unserem Buch
Dieser Beitrag greift einen zentralen Gedanken aus „Souverän im Change – Methoden aus der Führungspraxis“ auf: Gute Kommunikation bedeutet nicht, möglichst viel zu erklären. Sie bedeutet, immer wieder zu prüfen, ob gemeinsames Verständnis entstanden ist.
Denn souverän zu führen heißt nicht nur, die richtigen Worte zu finden. Es heißt auch, aufmerksam dafür zu sein, was beim anderen daraus wird.
